Interview mit Claudia
Hast du dir schonmal vorgestellt, von Ort zu Ort zu reisen, die Welt kennenzulernen und gleichzeitig in deinem Studium weiterzukommen?Ich habe auf meinen Reisen etliche Studenten kennengelernt, die sich durch die Hostels Südamerikas oder Europas geschlagen haben und gleichzeitig ihr Studium verfolgt haben – wie das?Seit Jahren etablieren sich Fernuniversitäten immer mehr. Das Prinzip ist einfach: Die Vorlesungen werden online übertragen und der Student muss nur einmal pro Semester für eine Woche zur jeweiligen Fernuni anwesend seinreisen. In dieser Zeit werden die Prüfungen geschrieben. Mit Skype und Webcam ausgestattet lassen sich Lerngruppen bilden, aber wird das ganze auf die Dauer nicht ein wenig einsam? Können sich Freundschaften wirklich über das Internet bilden? Auf der letzten Hostalparty hab ich ein nettes Mädchen kennengelernt, dass mir genau diese Fragen beantworten sollte – aber nun lest selbst:
CC:Claudia, magst du dich kurz für unsere Leser vorstellen?
Claudia: Klar, also ich bin die Claudia,ich bin 20 Jahre alt, ich war nach der Schule erstmal 12 Monate in Australien und Neuseeland. Inzwischen bin ich seit 4 Monaten in Südamerika und fliege in 2 Monaten zurück nach Deutschland. Ich bin im 5. Semester an der Wilhelm Büchner Fernhochschule.
Wie genau kam es dazu, dass du dich für eine Fernuni entschieden hast?
Naja, ich wollte nach der Schule erstmal neue Luft haben. Also dachte ich mir, ab geht’s, weit weg und Australien hat sich da von der Sprache und Kultur ganz gut angeboten. Außerdem liebe ich Hostels und von denen gibt es in Australien jede Menge. Trotzdem wollte ich natürlich nicht einfach so ein Jahr Karriere verlieren und daher hab ich mich über Fernunis informiert. Natürlich hätte ich auch in Australien studieren können, aber das wäre ziemlich teuer geworden und ich wollte ja auch herumreisen. Und mit der Fernuni konnte ich eben herumreisen und gleichzeitig täglich mit meinem Laptop studieren.
Wie genau funktioniert das denn mit Fernunis?
Ja, es wurden Testprüfungen gemacht. Für die richtigen Prüfungen muss man dann anreisen, daher stehen bei mir dieses Jahr etliche Prüfungen an.Und war das Herumreisen nicht eine große Ablenkung fürs Lernen?
Ich genoss erstmal die ganzen Partys und alles war neu für mich. Nach eininigen Wochen hab ich mich aber dann daran gewöhnt und passend zum Semesterstart die nötige Motivation gefunden. Jeden Abend auf eine Party zu rennen, wird auch ziemlich schnell langweilig. Ich habe mir häufig meine Lektüren mit in Parks genommen und dort fühlte ich mich dann viel entspannter und motivierter zum Lernen.Claudia, sag mal, fehlt dir nicht ein wenig das typische Studentenleben? Wohngemeinschaften, jeden Tag neue Leute kennenlernen, eine feste Clique und direkten Kontakt zu den Professoren?
*lach* Ich hab die letzten 18 Monate mit Studenten aus den verschiedensten Regionen der Welt verbracht, ich bin eigentlich ganz froh, nun Zeit mit meiner Familie zu verbringen. Sobald ich den Bachelor fertig habe, werde ich mich eventuell bei einer normalen Uni einschreiben. Sofern es mich nicht wieder ans andere Ende der Welt verschlägt.
Claudia, Vielen Dank fürs Gespräch!


